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Möbelproduktion Elektrogeräte Küchengeräte Einrichtung

Möbelproduktion Elektrogeräte Küchengeräte Einrichtung. Möbelbau. Möbelstil. Transformation der Handwerklichen Arbeitsweise, so hat der deutsche Möbelproduzent und Autor des Buches „Maschinelle Holzbearbeitung: Ihre Einführung die Auswirkungen auf Betriebsformen, Produkte und Fertigungen im Tischlergewerbe während des 19. Jahrhunderts“ Peter Benje den Prozess der Mechanisierung des Tischlergewerbes bezeichnet. Der Vorgang zur Maschinisierung der Tischlereien und Schreinereien hat mit der Einführung der Abrichthobelmaschine 1876 begonnen, denn damit ist es gelungen die maschinelle Lücke zu schließen. Bis zu diesem Zeitpunkt ist es unmöglich gewesen eine durchgehende Bearbeitung des Holzes mit Maschinen für den Bereich der Möbeltischler durchzuführen. Die voranschreitende Mechanisierung hat zuerst in den Möbelfabriken, die aufgrund ihrer bereits manufakturellen Produktionsweise bestens auf die neu aufkommende Maschinentechnik vorbereitet gewesen sind, Einzug gehalten. Die kleinen Zunfttischlereien und -schreinereien haben dadurch eine eindeutige Benachteiligung im Vergleich zu ihrer Konkurrenz den mächtigen Möbelfabriken erfahren. Denn diese sind kaum in der Lage gewesen Kapital für die sich rasch weiterentwickelnde Maschinisierung aufzubringen. Viele der städtischen Alleinmeister haben nicht in einer herkömmlichen Werkstätte gearbeitet, sondern die handwerklichen Arbeitsprozesse haben sich in den familiären Stuben abgespielt, der zugleich auch abends der Aufenthaltsort deren Familien gewesen ist. Auch hatten die Tischlermeister keine überregionalen Absatzmöglichkeiten vor allem der Umstellungsprozess zum maschinellen Arbeitsablauf ist erst nach einiger Zeit eingeleitet geworden. Ein weiterer Grund für den späten Einsatz von Maschinen in den kleinen Tischler- und Schreinerwerkstätten ist auch die noch nicht so weit entwickelte Antriebstechnik gewesen, welche in kleinen Betrieben ohne finanziellen Verlust nicht eingesetzt werden konnte. Dennoch wurden sie durch die Konkurrenz der Möbelfabriken und Möbelmagazine, die in der Zwischenzeit den überregionalen Vertrieb in die Hände genommen hatten, dazu gezwungen Elemente der Maschinenarbeit aufzunehmen und in den Produktionsvorgängen zu integrieren. Es ist somit zur Stunde der Holzverarbeitungsfabriken gekommen. Diese sind laut Peter Benje eine „Art Hilfsgewerbe für das Tischlerhandwerk“ gewesen und haben ihre Maschinenarbeit gegen Lohn vermietet oder Halbfertigwaren wie Stäbe, Profile etc. geliefert. Da jedoch in den Jahren ab 1880 die großen Tischlereien als Kunden ausgeblieben sind, da diese sich zu dieser Zeit selbst maschinisierten, wurde der Markt der billigen Massenartikel von diesen Unternehmen abgedeckt, wobei sie auch in den Möbelbereich und den der Bautischlereiarbeiten wie zum Beispiel der Parkettherstellung, Kisten- und der Rahmenfabrikation eingedrungen sind. Zunächst hat die Sparte der Bautischlerarbeiten für die kleinen Handwerksmeister noch eine gewisse Art Ausgleich zu den hart umkämpften Segmenten der Möbelproduktion gebildet, später ist aber auch diese zunehmend unter Druck geraten. Nachdem sich in den Jahren nach 1870 in den größeren Städten ein ungeheurer Bau- Boom eingestellt hatte, ist es zur Gründung der sogenannten „Baufabriken“ oder auch „Fabrik-Bautischlereien“ gekommen. Ab 1890 sind auch die Betriebe in kleineren Städten und auf dem Land in der Lage gewesen, die moderne Maschinentechnik anzuwenden. Als weitere Folge ist es zur Gründung der „Dampftischlereien“ gekommen, die aus den maschinellen Lohnbetrieben hervorgegangen sind und nun selbstständig Tischlerarbeiten für den Endkunden angeboten haben. Infolge der Industrialisierung und des raschen Bevölkerungswachstums wurden die handwerklichen Betriebe zur Expansion und einer Kapitalinvestition, über die erweiterten Absatzmöglichkeiten hinaus, gezwungen, was eine Verschärfung des Konkurrenzkampfes zur Folge hatte. Es ist somit zu einer Überproduktion gekommen, die als weitere Konsequenz zu einer Marktbereinigung geführt hatte.